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Chronische Zeittafel des Wenzel Eusebius Albrecht von Waldstein
(Der Name Waldstein wurde erst vom Dichter Schiller in Wallenstein umbenannt)


.:: 1583
Wallenstein wird in Hermanitz (Böhmen) als Sohn einer verarmten Adels- familie geboren
.:: 1599
Student in Altdorf (Nähe Nürnberg) ...
Hier hat er es gar zu bunt getrieben, und als er in einem Wutanfall seinen Diener ersticht, wird er der Universität verwiesen.
.:: 1604
Wallenstein wird Fähnrich in einem Pikenierregiment und lernt den Grafen Tserclaes von Tilly und den Astrologen Johannes Kepler kennen. Letzterer erstellt Ihm das berühmte Horoskop, das Wallenstein in seinem weiteren Leben wohl sehr beeinflusst hat.
Im gleichen Jahr heiratet er seine erste Frau Lucretia von Landeck, eine sehr vermögende Adlige, was Ihn zu einem der reichsten Männer Mährens machte (Was geschickt eingefädelt war).
.:: 1618
Der Prager Fenstersturz, Auslöser ders 30-jährigen Krieges (Wird gesondert behandelt) ... Aufstand der böhmischen Protestanten. Ferdinand der zweite wird Kaiser des heiligen römischen Reiches Deutscher Nation. Wallenstein plündert die böhmische Kriegskasse.
.:: 1620
Die erste große Schlacht am weißen Berg (Bila Hora) ...
Böhmische Aufständige gegen den Habsburger Kaiser.
.:: 1622
Gegen die Aufständischen bei der Schlacht, werden am 21 Juni 1621, 28 führende Männer im Prager Blutgericht hingerichtet, und Ihre Köpfe 12 Jahre lang auf die Karlsbrücke gesteckt (Wallenstein war daran nicht unerheblich beteiligt).
Im gleichen Jahr wechselt er ins Münzkonsortium. Um einer drohenden Inflation entgegenzuwirken, lässt er heimlich Münzen mit geringerem Silberwert schlagen.
.:: 1623
Wallensteins zweite Heirat nach dem Tod von Lukretia mit der Gräfin Isabella Katharina von Harrach ...
Aus dieser Ehe geht die Tochter Maria Elisabeth hervor. Ein letzter Nachkomme dieser Tochter starb Anfang unseres Jahrhunderts.
Durch seinen immensen Reichtum hatte Wallenstein die besten Beziehungen zum Kaiser. Er verfährt sehr geschickt und rüstet mit seinem Geld ganze Regimente aus, so daß er den Kaiser Ferdinand voll in der Hand hatte. Zur gleichen Zeit wird er Herzog von Friedland.
.:: 1626
Das erste Generalat ...
Wallenstein wird General der kaiserlichen Armee, Christian von Dänemark rückt in Deutschland ein.
Wallenstein besiegt Graf von Mansfeld an der Dessauer Brücke.
.:: 1627
Wallenstein unterwirft ganz Norddeutschland, treibt Christian v. Dänemark vor sich her und stößt bis Jütland vor. Zur gleichen Zeit wird er Herzog zu Glogau und Sagan.
.:: 1628
Vergebliche Belagerung Stralsunds ...
Wallenstein - im Größenwahn - sieht sich als Herr der baltischen und ozeanischen Meere, wobei dies bei der kläglichen Flotte die er besaß im nachinein lächerlich wirkt.
Damals schon kursierte der Begriff 'Geisterflotte'. König Gustav von Schweden greift in Stralsund ein. Strasund kann er für den Kaiser nicht einnehmen, aber Christian von Dänemark hat er besiegt.
.:: 1629
In diesem Jahr gelang es Ihm, den Frieden von Lübeck zu schliessen. Manche Historiker behaupten er war schon kriegsmüde, andere wiederum sagen er wollte schon zu dieser Zeit auf die protestanische Seite wechseln.
Letzteres scheint mir wahrscheinlicher, da er wieder sehr gute Kontakte zu seinem Feind - Freund Hans Georg von Arnim (Der lutherische Kapuziner) pflegte. Hin und hergerissen zwischen Arnim, der zu dieser Zeit Gustav Adolf näher stand, als Kaiser Ferdinand (Was nicht immer so war) bekommt Wallenstein das Herzogtum Mecklenburg.
.:: 1630
In diesem Jahr gelang es Ihm, den Frieden von Lübeck zu schliessen. Manche Historiker behaupten er war schon kriegsmüde, andere wiederum sagen er wollte schon zu dieser Zeit auf die protestanische Seite wechseln.
Letzteres scheint mir wahrscheinlicher, da er wieder sehr gute Kontakte zu seinem Feind - Freund Hans Georg von Arnim (Der lutherische Kapuziner) pflegte. Hin und hergerissen zwischen Arnim, der zu dieser Zeit Gustav Adolf näher stand, als Kaiser Ferdinand (Was nicht immer so war) bekommt Wallenstein das Herzogtum Mecklenburg.

Die Zeit in Memmingen ...
Es tagt der Kurfürstentag in Regensburg 5 Monate lang. Wallenstein bemüht sich um Frieden. Er ist aber den Kurfürsten zu mächtig geworden, und Sie drängen auf seine Absetzung. Auch hohe Befehlshaber des Kaisers drängen dazu.
In Memmingen wird Ihm die Entlassungsurkunde aus der Armee überbracht. Der Reiter, der die Botschaft überbringen soll, fürchtet schon um seinen Kopf. Als er Wallenstein die Nachricht überbringt, ist dieser erstaunlich gelassen, und sagt: "Ich bin des Krieges müde, und froh, keine Verantwortung mehr tragen zu müssen" (Innerlich war er ausser sich, und wäre am liebsten zu den Schweden übergelaufen). Aber Wallenstein war ein kluger Taktiker (Wahrscheinlich der beste seiner Zeit) und so wartete er ab. Der durch seine vielen Verwundungen und Krankheiten gezeichnete Graf Tilly wird nun wieder Oberbefehlshaber des kaiserlichen Heeres. Zur gleichen Zeit landet Gustav Adolf von Schweden in Pommern.
.:: 1631
Gustav Adolf besiegt Tilly in der Schlacht von Breitenfeld und dringt bis Mainz vor.
.:: 1632
Gustav Adolf dringt immer weiter nach Süddeutschland vor, und besiegt Tilly bei Rain am Lech. Nach dieser Schlacht stirbt der große Feldherr Tilly. Wallenstein lässt sich von Kaiser Ferdinand bitten und betteln, sieht seine große Stunde und wird vom Kaiser Ferdinand zum zweitenmal als militärischer Oberbefehlshaber eingesetzt. Jetzt kommt seine ganze Machtbesessenheit durch, und er kann momentan noch frei schalten und walten.
Im gleichen Jahr bezieht Wallenstein mit seinen Truppen das Lager bei Nürnberg. Die Kaiserlichen und die schwedischen Truppen liegen sich einen ganzen Winter gegenüber, ohne das es zu einer nennenswerten Schlacht kommt. Diese findet im Frühjahr bei Lützen statt. In dieser Schlacht findet Gustav Adolf den Tod. Der Schwedenkönig verirrt sich im Kampfgetümmel auf die Seite der Kaiserlichen und wird sofort vom Pferd geschossen. Nach der Schlacht wird er von schwedischen Soldaten ausgeplündert, und nackt geborgen. Sein Leichnahm wird sofort nach Schweden überführt. (Es gibt in der Stadtbibliothek Memmingen eine Doktorarbeit des Memminger Historikers Dr. Seidler, der ein umfassendes Werk von der Schlacht bei Lützen geschrieben hat).
.:: 1633
Wallenstein verhandelt mit den Schweden um einen Friedensvertrag, leider ergebnislos. Jetzt kann man Wallenstein Glauben schenken, daß er wirklich den Frieden wollte. Er war auch körperlich schon schwer gezeichnet, durch mehrere Verwundungen und seiner Hauptkrankheit der Podagra (Gicht) die Ihm am meisten zu schaffen machte. Trotzdem besiegt Wallenstein noch Thurn von Steinau, stößt bis Berlin vor besetzt die Lausitz Schlesien und Pommern ... Er unternahm nochmals einen Versuch zu den Schweden überzulaufen, aber gleichzeitig wird er in der „Bamberger Schrift” der Unfähigkeit und des Hochverrats beschuldigt. Er wird am 25.02.1633 zum zweitenmal abgesetzt und geächtet. Wobei die Herren Aldringen, Gallas und Piccolomini die Hauptdrahtzieher waren. Natürlich nur im Hintergrund agierend, vorgeschickt wurde der Oberst Butler (ein Adliger irischer Abstammung), dieser wiederum gab den Mordbefehl an den Hauptmann Deveroux weiter. Nachdem bei einem inszeniertem Abendessen Wallensteins noch verbleibende Untergebene ermordet wurden, nahm das Schicksal seinen Lauf. Am 25. Februar zwischen 10.00 und 11.00 des Nachts, es war stockdunkel und ein Sturm tobte, wilder als seit Menschengedenken stürmte Deveroux die Treppe hinauf zum Schlafgemach des Herrn Wallenstein, die Partisane in der Hand und rief die Schmähworte „Du schlimmer, meineidiger, alter, rebellischer Schelm” . Wallenstein vermutlich erwartete so etwas, sein letztes Wort war Quartier” (eine altvertraute Gnadenbitte der Soldaten) ein bloßer Reflex, er breitete die Arme aus und somit war es um Ihn geschehen. So starb eine der undurchschaubarsten und schillernsten Gestalten seiner Zeit einen für Soldaten unrühmlichen Tod.

Ja er fing`s klein an und ist jetzt groß,
denn zu Altdorf, im Studentenkragen,
trieb er’s mit Permiß zu sagen
ein wenig locker und purschikos.....

Schiller

P.S: Wollt Ihr mehr über Wallenstein erfahren, so verweise ich auf Golo Mann oder auf Helmut Diwalds „Wallensteins Biografien (Golo Mann hat nur knapp 1000 Seiten). Sehr interessant sind auch die drei Bände von Ricarda Huch (Der große vaterländische Krieg).

Jochen Theim

Bild Begrüßung Hauptmann